"Wären 93% der Alleinerziehenden Männer, hätten wir andere Gesetze."Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin AÖF

"Die Versorgung von Kindern für den Start in ein gesichertes

Leben muss verpflichtend vom Sozialstaat garantiert sein."                               Ewald Plachutta,Star-Gastronom    

"Kinder in Ein-Eltern-Familien sind mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen wie andere Kinder. Damit haben sie von Anfang an schlechtere Startbedingungen. Jedes Kind hat das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard. Deshalb unterstütze ich die Forderung nach einer Unterhaltssicherung für Kinder!"

Verena Fabris, Leitung Beratungsstelle Extremismus

"Als wirtschaftstreibender Vater von drei Kindern, die mit einer weitgehenden Halbe-Halbe-Regelung aufwachsen, ist mir die Problematik der Zeit - und Geldschere höchst bewusst. Ich begrüße daher die Forderung von Maria Stern nach der schon lange fälligen Kinderkostenanalyse als Basis für eine notwendige Reform des Unterhalts-gesetzes. Die Zeit läuft. Das gilt vor allem für den alles prägenden Lebensabschnitt KINDHEIT."

Hannes Martschin, PR Agentur

 

 

Karoline: "Ich bin seit 7 Monaten alleinerziehende Mutter und habe bereits Erfahrung mit diesem Thema. Die Erfahrung beinhaltet alle Facetten:

- keine Unterhaltszahlung

- Antrag auf Unterhaltsvorschuss

- Gegenantrag des Vaters auf Herabsetzung auf 30€

Wie soll ich da mein Kind über die Runden bringen?"

 

Thomas:" Als ich 18 Jahre alt war, musste ich meinen Vater auf Unterhalt klagen, weil der Staat das nicht mehr für mich tat. Ich erhielt den Unterhalt nach einem Gerichtsverfahren ohne Probleme. Mein Vater hat unseren Kontakt dann allerdings abgebrochen."

 

Ursula: "Ich bin eine alleinerziehende Mami mit vier kleinen Jungs. Mein Exmann zahlte nach der Scheidung im Mai 2014 keine Alimente. Über das Jugendamt bekam ich einen monatlichen Unterhaltsvorschuss von 440€ für alle vier Kinder.

Seit 2016 ist mein Exmann arbeitslos und zahlt 232€ ( 2 mal 54€ und 2 mal 62€) im Monat!

Das ist meine Geschichte und mein Leben ist ein tägliches Überleben. Ich rechne monatlich, was sich ausgeht. Wir brauchen viele Lebensmittel (4 Buben!) und in der Schule gibt es immer Nebenkosten. Ich würde ihnen gerne eine gesunde Jause bieten!

Das alles wird vergessen. Wir alleinerziehenden Mamis möchten nur, dass es unseren Kindern gut geht. Die Gesetze müssen geändert werden, damit die Kinder den Unterhalt bekommen, der ihnen zusteht!"

 

Michael:"Ich musste neulich eine alleinerziehende Schwangere in den Grundfesten erschüttern, weil sie dachte, der Staat würde Alimente bezahlen, wenn der Vater zahlungsunfähig ist. Ich musste ihr erklären, dass das leider nicht der Fall ist. Eine derartige Regelung wär aber wirklich wünschenswert."

 

Monika:"Ich vergaß im September 2015, beim Übertritt meiner Tochter in die Oberstufe, dem Gericht die Schulbesuchsbestätigung zu schicken. Ohne Vorwarnung stellte das Gericht im Februar 2016 deswegen die Unterhaltszahlungen ein. 

Ich schickte noch am selben Tag die Schulbesuchsbestätigung an das Jugendamt, mit der Bitte, sich rasch darum zu kümmern, da wir auf das Geld angewiesen sind. Wir warteten 8 Monate. Wegen einer Schulbesuchsbestätigung."

 

Paula: "Nach 28 Jahren Ehe ließ ich mich vor zwei Jahren scheiden. Damals waren beide Kinder noch minderjährig und gingen zur Schule. Da die Scheidung ein richtiger Rosenkrieg war, verzichtete ich auf die Unterhaltszahlungen an mich, wir lebten weiterhin im gleichen Haus, weil wir nicht genug Geld für eine andere Lösung hatten und wir vereinbarten die gemeinsame Obsorge.

Ich war damals arbeitslos und mein Exmann hat alles versucht, für die Kinder nichts zahlen zu müssen. Er führte cent-genaue Listen über seine Ausgaben für die Kinder.

Er verdiente ganz gut, ich hatte nur die Notstandshilfe bzw. eine geringfügige Beschäftigung.

Seit Jänner wohne ich nun mit Hauptmiete in einer anderen Stadt. Weder das Jugendamt noch das Gericht konnten für uns etwas erreichen. Mein Exmann ging mit massiven Druckmitteln so weit, dass ich auch noch auf die Alimente für die Tochter in der Höhe von €125/mtl. verzichtete. Sie wird bald 17, mein Sohn ist 19 Jahre alt.

Seit einem halben Jahr arbeite ich als Selbstständige und schaffe es irgendwie, alle Kosten alleine zu tragen. Über die Möglichkeiten des Jugendamtes und des Gerichtes bin ich eher enttäuscht."

 

Doris: "Ich war 17 Jahren verheiratet und lebe seit Februar 2016 mit meinen 2 Kindern alleine. Mein Mann ist ins Ausland gezogen, damit er keine Alimente zahlen muss. Beim Jugendamt wurde mir gesagt, dass ich warten muss, damit mir der Staat den Unterhalt zahlt. Das Gericht hat sich auf €190 geeinigt, aber ich hab noch immer keinen Unterhaltsvorschuss bekommen. Jedes Mal wenn ich anrufe, wird mir gesagt, dass ich warten muss. Ich gehe fünf mal die Woche Vollzeit arbeiten aber trotzdem ist es schwer, mit dem Geld auszukommen. Ich hoffe, dass Sie mich verstehen können."

 

Hannah: " Ich lebe ohne Netz und doppelten Boden. Der Vater meines 4jährigen Sohnes hat gleich zu Begin der Schwangerschaft gesagt, dass ihm das zu viel Verantwortung ist. Er ist weg, nicht nur aus unserem Leben, gleich ganz aus Österreich. Er weigert sich auch, sich als Vater in die Geburtsurkunde eintragen zu lassen. Auf Vaterschaft verklage ich ihn nicht. Warum auch, außer hohen Anwaltskosten, für die ich das Geld nicht hab, würde es nichts bringen. Er lebt außerhalb von Österreich, Unterhalt ist nicht einklagbar, daher gibt es keinen Vorschuss. Es käme außer großen Soren nichts dabei heraus. Und Sorgen haben wir genug, davon lasse ich mich aber nicht kleinkriegen.

Ich hab das Glück, einen tollen Job zu haben, der mir Vollzeitberufstätigkeit und Alleinerziehendsein ermöglicht. Ich empfinde das als großes Privileg - wenn es auch teuer erkauft ist. Was ich mache, wenn ich diese Anstellung verliere? Ich weiß es nicht. Allein beim Gedanken daran steigt Panik auf. Ich versuche, mich im Rahmen meiner Möglichkeiten, weiterzubilden. Meine Referenz wird gut sein, ich mache deutlich mehr, als ich muss und das zuverlässig und gut. Ich habe in den letzten sieben Jahren meiner Anstellung genau zweimal wegen Krankschreibung kurz gefehlt. Einmal, weil mich ein Bus umgefahren hat. Und trotzdem war ich eine Woche später wieder im Büro. Idiotisch? Nein! Ich weiß, ich werde nach einem Jobverlust kaum Chancen haben. Schon als „normale“ Mutter sind die Chancen am Arbeitsmarkt erwiesenermaßen schlecht. Alleinerziehende gelten als quasi unvermittelbar. Obwohl wir Meisterinnen in Effektivität, Planung, Organisieren etc. sind – bei uns geht es nämlich nicht nur um den (in meinem Fall geliebten) Job, sondern ums Überleben. Arbeitslos werden können wir uns nicht leisten."

 

Katharina: "Meine Scheidung, bei der mein Exmann für schuldig befunden wurde, zog sich über sieben Jahre. Zeitweise bekam ich für meine vier Kinder €300/mtl. Alimente.

Nach der Scheidung machte er sich selbstständig und reichte nur die Gehaltsbestätigung beim Jugendamt ein, nicht aber seinen Gewinn als Geschäftsführer.

Seit dem 18. Geburtstag meiner Tochter bekommt sie gar nichts mehr, da das Jugendamt nicht mehr für sie zuständig ist. Sie müsste ihren Vater verklagen, was sie nicht tut."

 

Isabella: "Ich arbeitete seit 11 Jahren in der Forschung und war bei jedem Kind jeweils ein Jahr in Karenz. Danach war es aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht mehr möglich, im Projektrahmen weiterzuarbeiten. Fixe Stellen an Universitäten und Forschungseinrichtungen werden sehr selten an alleinerziehende Mütter vergeben, die nur 20-25 Stunden in der Woche arbeiten können. Die Flexibilität einer kinderlosen Frau kann ich leider nicht bieten.

Meine Kinder aus erster Ehe bekommen Alimente, die 65% unter den Regelbedarfsätzen liegen.

Ich kann es nicht nachvollziehen, warum Kinder, die keinen gut verdienenden Vater haben, mit weniger Unterhalt auskommen müssen. Es ist bekannt, dass ein Teil der Frauen sehr wohl darauf achtet, dass der Vater ihrer zukünftigen Kinder ein gutes „finanzielles Erziehungspotenzial“ vorweisen kann. Ich gehöre aber nicht zu dieser Gruppe, damit habe ich mich zusammen mit meinen Kindern aus der Schicht der sorglosen Akademikerfamilien disqualifiziert – wir leben an der offiziell angegebenen Armutsgrenze.

Ich möchte meinen Kindern trotzdem eine gute Bildung bieten, weil ich die Möglichkeiten, die sie jetzt haben und die enorme Lernfähigkeit in den jungen Jahren nutzen will. Ich nehme alle möglichen Förderungen in Anspruch, wir verzichten auf Urlaub, neue Kleidung, Zahnspangen und Unterhaltung, trotzdem ist uns die finanzielle Belastung eines Schikurses oder Sprachkurses zu viel.

Es ist sehr schwer, jungen Akademikerinnen zu raten, Kinder zu bekommen, wenn sie sehen, dass sie sich, falls sie das Schicksal alleinerziehender Mütter teilen müssen - was immer häufiger vorkommen wird in der heutigen Gesellschaft - von einem Leben in finanzieller Sicherheit verabschieden müssen. Ich bin damit auch das denkbar schlechteste Vorbild für meine Kinder."

 

Marie: "In meiner Geschichte werde ich nicht über Armut, Schicksalsschläge oder Hilflosigkeit klagen. Ich werde über die Ungerechtigkeit des Systems klagen:

Ich arbeite seit dem dritten Lebensmonat meiner Tochter Vollzeit, und das nicht, weil ich nicht meine "Kariere" riskieren wollte und nicht gerne zu Hause geblieben wäre. Der Vater des Kindes verdiente schlechter. Bereits vor der Schwangerschaft trug ich sämtliche Kosten, dann arbeitete ich tagsüber, betreute nach dem Büro unser Kind, spielte mit ihm und stillte in der Nacht.  

Bei der Scheidung einigten wir uns auf die symbolische Unterhaltszahlung von €150. Zwei Wochen vor dem vereinbarte Termin seines Auszuges aus meiner Wohnung, griff er mich körperlich an und wurde polizeilich weggewiesen.

Seit acht Monaten bin ich alleinerziehend. Meine Tochter ist zwanzig Monate alt und ich erhielt drei Mal die vereinbarte Unterhaltszahlung. Die Rechtsvertretung stellte den Antrag auf Unterhaltsvorschuss, damit mein Kind die ihm zustehende regelmäßige Zahlungen bekommt, woraufhin dem Kindesvater die Unterhaltsherabsetzung auf beschämende €30 gelang. Das gerichtlich zugesprochene Schmerzensgeld bekam ich nie.

Jeder Tag ist ein Kraft - und Balanceakt, da mir mein Job und mein Kind gleich wichtig sind. Ich werde meinem Kind und mir keine Armut zumuten."

 

Veronika: "Über den Kindesvater wurde 2014 ein Aufenthaltsverbot in Österreich verhängt. Wir waren zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre geschieden und hatten ein Kind. Als ich Ende des Jahres keine Alimente für das gemeinsame Kind mehr erhielt, ging ich zu Gericht um einen Antrag auf Gewährung von Unterhaltsvorschuss zu stellen. Der Bescheid vom Gericht war verheerend.

Es werden keine Unterhaltsvorschüsse gewährt, da sich der Kindesvater in Haft befindet und demnächst abgeschoben wird. Eine Exekutionsführung ist somit aussichtslos. Das Kind war zu dem Zeitpunkt 8 Jahre alt.

Wir hatten uns einvernehmlich scheiden lassen und der Vater hatte guten Kontakt zum Kind. Im Endeffekt wurde nur das Kind bestraft, denn ich musste von einem Moment auf den anderen alleine ein Kind groß ziehen und lebte finanziell am Limit. Ich bin zwar berufstätig, kann aber wegen des Kindes nicht Vollzeit arbeiten.

Für das Kind erhielt ich vom Staat seit der Abschiebung des Kindesvaters keinen Cent Kindesunterhalt. Zum Kindesvater gibt es keinen Kontakt mehr. Das Kind und ich sind österreichische Staatsbürger.

Das Kind hat trotzdem, laut Gericht, kein Anrecht auf Leistungen zur Sicherstellung des Lebensbedarfs. Ich empfinde das mehr als menschenunwürdig und diskriminierend!

Der Kindesvater hat sich ja um das Kind, so gut es ging, gekümmert und er hat es auch mitversorgt, solange er konnte.

Wenn der Staat dem Kind schon den Vater wegnimmt und dieser mit dem Aufenthaltsverbot auch nicht mehr die Möglichkeit hat, weiterhin in diesem Land zu leben und zu arbeiten und somit das Kind zu versorgen, finde ich, müsste der Staat die finanzielle Leistung erbringen. Das Kind ist österreichischer Staatsbürger und hat doch wohl Rechte wie alle anderen oder etwa nicht? In so einem Fall macht es sich der Staat wirklich einfach. Ich als Mutter arbeite neben der alleinigen Erziehung des Kindes und zahle brav Steuer. Ist das wirklich in Ordnung?"

 

Mirjam: "Ich habe zwei Buben mit einem Nicht-EU Bürger. Als meine Buben zwei und vier Jahre alt waren, haben wir uns getrennt, er zog nach Portugal und hat mir dann nach den ersten Monaten keine Alimente mehr geschickt. 

Soweit ich mich erinnere, wurde dann mein Antrag auf staatlichen Vorschuss in Wien vom Rechtspfleger abgewiesen - ich kann aber nicht mehr sicher sagen, ob ich einen offiziellen Antrag gestellt habe oder nur mal persönlich vorgesprochen hab.

Es war damals eine sehr schwere Zeit für mich und ich habe Gedächtnislücken. Nach drei Jahren zogen wir nach Niederösterreich. Dort habe ich mich dann durchtelefoniert, der zuständige Beamte des Jugendamtes gab mir die Auskunft, wenn der Vater im Ausland ist, brauche ich gar nicht erst einen Antrag auf Vorschuss stellen. 

Danach sind ca. 2 Jahre vergangen und ich hatte dann Gespräche mit anderen alleinerziehenden Müttern, die mich ermutigt haben, doch noch einen offiziellen Antrag bei Gericht zu stellen, weil die Rechtslage nun flexibler ausgelegt wird, zugunsten der Frauen, so wurde mir gesagt. Ich geriet dann an einen sehr freundlichen Rechtspfleger, der mir 255 EUR pro Kind zusprach.

Fazit: Ich war nach der Trennung traumatisiert, verunsichert und mein Selbstbewusstsein war gering. Eine Frau in meiner Situation hätte eine umfassende Rechtsberatung und womöglich sogar Begleitung oder zumindest Ermutigung beim Absolvieren dieser Amtswege benötigt. Das sage ich als gebildete, selbstsichere, im Leben stehende Frau. Womöglich hätte ich den staatlichen Vorschuss weitaus früher erhalten, wenn ich da besser beraten worden wäre."

 

Gundula: "Ich bekomme seit zwölf Jahren keine Alimente für mein Kind, Vorschuss haben wir auch noch nie bekommen!

Ich bin verzweifelt und am Ende, auch weil ich finanziell und sozial in all den Jaren alleine für mein Kind da war.

Mein Exgatte hat einen Anwalt. Die jahrelangen Prozesse sind für mich eine enorme psychische Belastung. Was ist, wenn ich jetzt auch noch für die Gerichtskosten aufkommen muss, wie angekündigt? Ich hab nur ein dreisstelliges Monatseinkommen und bin seit der Geburt beidseitig zu 70% hörbehindert (zwei Hörgeräte)."

 

Sarah: "Vor meiner Tochter arbeitete ich bei einer Bank. Nach zwei Jahren Karenz war es sehr schwer, wieder einen Job zu finden, da das mit der Kinderbetreuung nicht klappte. 

Unterhalt bekomme ich keinen, weil mein Ex-Mann untergetaucht ist. Ich leben von 800 €/Monat. Eine Miete mit Strom würde für eine kleine Wohnung ca. 500€ kosten. Essen kostet 300€/Monat Kleidung und Medizin braucht man aber auch. Das sind doch eigentlich Grundbedürfnisse, die uns Alleinerziehern nicht gewährt werden.

Ich bin 40 Jahre alt und muss bei meinen Eltern leben, zu zweit in einem 20m2 Zimmer.

Ich wünsche mir ein Recht auf eine eigene kleine Wohnung, auf Essen und Kleidung und medizinische Versorgung."

 

Tina: "Von meinem Exmann beleidigt, Beschimpft, betrogen, bedroht, geschlagen und bitterlich erniedrigt - erniedrigt auch durch meine Richterin und zwei Anwälte - stehe ich jetzt da, mit zwei Kindern und Gerichtsschulden über €8.000, weil ich alleine der Ehe-Zerrüttung für schuldig befunden wurde.

Mein Exmann erzählte vor Gericht, dass ich vor 34 Jahren vergewaltigt worden war und deswegen verrückt sei und nicht in der Lage, meine beiden Kinder zu betreuen. In der Psychiatrie wurde mein normaler Geisteszustand bestätigt, also wurde ich doch icht entmündigt, besachwaltet und meiner Kinder beraubt.

Obwohl mein Exmann nach seiner Wegweisung Unterhalt hätte zahlen müssen ( mein Anwalt berechnete über €28.000 für die letzten beiden Jahre), zahlte er nur wenig und in unterschiedlicher Höhe. Nachdem ich im Scheidungsverfahren für schuldig befunden wurde, hab ich jetzt Gerichtsschulden über €8.000.

Ich hatte das Glück, dass viele Freundinnen meine Kinder und mich zwei Jahre lang finanziell unterstützten, aber dieses Geld muss ich auch irdendwann zurückzahlen. Dies meldete ich dem Gericht, es spielt aber keine Rolle.

Natürlich hab ich Angst, offen darüber zu sprechen, aber der Wille, anderen Menschen zu helfen, damit sie nicht den selben Weg gehen müssen, ist stärker.

Ich werde, wie immer, einen Weg finden, damit meine Kinder ein glücklicheres Leben haben, durch Kredite oder Ratezahlungen, aber ich mach mir Sorgen um andere Mütter, die das nicht so leicht durchstehen können.

Der Vater meiner Kinder ist kein schlechter Mensch. Er braucht selberHilfe, auch, weil er nicht wusste, was er tat und wie es enden würde.. Aber sein Anwalt und die Personen, die ihr Amt missbrauchen und ihr Geld auch damit verdienen, dass sie Menschen verletzen, die müssen mit besseren Gesetzen verhindert werden."

 

Lara:"Liebe Maria Stern,

wir haben uns am Frauentag kennengelernt und ich bin dir sehr dankbar fürs Kinderwagenschieben und für deine aufbauenden Worte.

Das war wirklich eine tolle Demo. Hoffe es geht dir gut, uns geht es gut.

In der Zwischenzeit hat mein kleiner Sohn meinen Laptop ruiniert, ich bin auf der Suche nach einer Kinderbetreuung und ich versuche Unterhaltsvorschuss zu bekommen.

Da habe ich an dich gedacht, da du dich da ja auskennst.

Die Dame bei der Rechtsvertretung hat mir zwar keine Hoffnung gemacht, aber ich habe nächste Woche wieder einen Termin und ich soll dort alles sagen, was ich über den Vater weiß, der Engländer ist und von dem ich getrennt bin.

Einen Versuch ist es wert.

Ich verstehe nicht, warum ich kein Kinderbetreuungsgeld bekomme, und warum mein Sohn bei der Mindestsicherung nicht mitberechnet ist, da ich ja keine Alimente bekomme.

Beim Vater meiner Tochter ist es so, dass ich mit ihm 50€ vereinbart habe, da ich befürchte dass er als Amerikaner vielleicht kein Visum bekommen könnte, wenn ich es offiziell mache.

Ich muss mich wirklich besser informieren. Bis jetzt hatte ich mit den beiden Kindern so viel um die Ohren, dass ich mich kaum darum kümmern konnte.

Heute habe ich einen Termin beim Eltern-Kind-Zentrum.

Kannst du mir einen Tipp geben, wo ich noch Beratung bekomme?"

alles Liebe und danke für deine tolle Arbeit."

eine Alleinerziehende (Mitte Zwanzig)

 

Mona: "Ich wurde jahrelang mit der "Anspannungstheorie" bis unter das Existenzminimum gepfändet für den Unterhaltsvorschuss, den der vermögende KV vom Staat kassierte und noch heute, nach Volljährigkeit der Kinder, wird die Restschuld vom OLG eingefordert.. Gesetze kann man missbrauchen und verdrehen..."

 

Cornelia: "Ich bin wie immer zeitlich im Dauerstress - aber jetzt habe ich eine "tolle" Hausaufgabe meines Gerichtes bekommen. Mein Sohn, der für 1,5 Jahre "üppige" EUR 3.000,-- Unterhalt durch Anspannung des Kindesvaters erhielt, muss nun ein Drittel davon wieder zurückzahlen - die Gutachten wurden im Rahmen der Verfahrenshilfe für Minderjährige finanziert - und jetzt, da er ja verdient .... Es ist also nicht genug, dass Jugendliche depriviert werden, wenn sie dann endlich das erste Geld verdienen - bitte wieder abliefern! Und das für ein Gutachten, welches einem HTL-Absolventen und ehemaligen Geschäftsführer auf einen nur Hilfsarbeiterlohn zu lukrierenden Arbeiter degradiert. Der Tag hat ja bekanntlich nur 24 Stunden, aber jetzt nehme ich mir - wie man sagt - auch noch die Nacht dazu. LG"

 

Gabi: "Ich hab in den letzten Woche so viele Frauen kennen gelernt, die unermüdlich und ohne jede Lobby im Hintergrund im Parlament kämpfen für mehr Gerechtigkeit. Sie laufen von Termin zu Termin. Sie kämpfen nicht (mehr) für sich, sondern dafür, dass andere Frauen und Kinder nicht gleiche Erfahrungen von Armut, Existenzangst und Traumatisierung erleben müssen. Es geht um unterschiedliche Anliegen, die eines eint: JEDER und JEDE, egal welcher politischen Zugehörigkeit, sieht im persönlichen Gespräch ein, dass es um himmelhochschreiende Ungerechtigkeiten geht. Und es bräuchte nur mehr oder weniger winzige Reparaturen in Gesetzen. Trotzdem ist es ein Kampf gegen Windmühlen im parteipolitischen Dschungel. Aber wisst ihr was? Wir werden weiter laufen. Die Windmühlen werden fallen - früher oder später!"

 

Anna: "Es ist unfassbar, wie sich die Situation für Kinder und Jugendliche von Alleinerziehenden verschlechtert hat. Nicht nur in Bezug auf die Höhe sondern auch, wie lange es dauert, das man zu Geld kommt. In Graz dauert es explizit jedes Mal mindestens 6 Monate, bis sich das Gericht überhaupt rührt! Der Kindesvater kann trotz Bescheid und Exekutionstitel damit rechnen, noch weitere Monate nicht zahlen zu müssen, da der Behördenwahnsin so lange dauert. Trotz Anwalt. Dann kommt es einmal zu Vergleichsgesprächen...dann wieder nichts...dann wieder eine Vorladung. Meine Kinder bekommen seit 10 Monaten keinen Unterhalt. Es kann uns wieder passieren, dass der Kindesvater nach dem Beschluss das Geld in 20€ oder 50€-Raten abzahlen kann, aber erst, wenn der Anwalt wieder eingeschritten ist...

Wann übernimmt die Politik endlich Verantwortung und zahlt generell einen Unterhalt über die Gerichte aus? Außerdem sollte für zahlungsunwillige Väter eine Beugehaft eingeführt werden und bei falschen Angaben ein Betrugsverfahren."

 

Susi:"Liebe Maria, ich habe dich und deine Arbeit gerade das erste Mal gesehen und gehört und bin begeistert!

Ich bin seit 13 Monaten alleinerziehend mit einem 25 Monate alten Kind. Wir leben präkär. Der Herrn Papa ist von einen Tag auf den anderen abgehauen (in meinen kühnsten Vorstellungen war dies nie möglich). Doch von einen Tag auf den anderen wurde aus dem "WIR schaffen alles gemeinsam" ein elendiges " Ich schaff das nicht". Ich bin in meiner Not zurück zu meiner Mutter in die Wohnung. Ich bin Studentin und in diesem Jahr am Masterarbeit schreiben (Internationale Entwicklung).

Das Jugendamt hat mit einem kurzen Lächeln festgestellt dass sie nach Frankreich keine Unterhaltsvorschüsse leisten (und der Ton war, was bekommt Frau auch ein Kind mit so einem Holidiro). Nun gut, das Kind ist da.

Da ich aber durch Schwangerschaft und Baby Monate nicht studierte, hat sich die Studienzeit verzögert. Daher kein Anspruch auf Stipendium der ÖH. Weiters bekomme ich 168 Euro Kindergeld. Ab Februar 2017 sind es 168 Euro die übrig bleiben werden.

Mit großem Glück habe ich im Dezember 2015 einen Kinderbetreuungsplatz in einer universitären Krabbelstube erhalten (220 Euro im Monat). Mein liebes Kind hat die Trennung aber nicht ausgehalten. Er fürchtete sich vor den anderen Kindern, den Ort, ... und ich konnte es nicht aushalten, ihm nochmal so eine Trennungssituation aufzubürden wie wir einige Monate zuvor verkraften mussten. Also ist Kind bei mir. Und ich mit ihm. Und abends wenn Ruhe einkehrt und noch Kraft über ist neben Haushalt, Bürokratie, mir selbst, ist die Uni an der Reihe... viel Zeit bleibt für nicht viel. Aber ich genieße auch die viele Zeit mit diesem kleinen Menschen und bin dankbar, dass es familiäre und freundschaftliche Strukturen gibt, die uns die Obdachlosigkeit und den emotionalen Supergau ersparen.

Du sagst es so schön in dem Beitrag: die Bürde liegt allein auf unseren Schultern. Ich vermisse mein großes Selbstbewusstsein aus der Prä-Mama-Zeit. Doch dein Beitrag gibt mir Hoffnung auf Vernetzung und ich bin zutiefst erfreut, dass du so stark bist und die Zeit und Kraft trotz Kinder finden konntest! Mit deinem Beitrag wurde mir klar, dass ich nicht die einzige bin ohne Unterhaltsleistungen! Solidarische und hochachtungsvolle Grüße, eine Alleinerziehende"

 

Sabine:"Ich danke Ihnen außerordentlich für Ihr Engagement u. Ihre Energie, für dieses Thema an die Öffentlichkeit zu gehen.Ich bin seit 4,5 Jahren alleinerziehende Mutter von 4 Kindern (mittlerweile zw. 6 u. 12 Jahren). Seither schaue ich durch die Finger, was die Alimente betrifft. Mittlerweile ist offiziell ein staatlicher Vorschuss genehmigt, wird aber nicht ausbezahlt, da mein Ex-Mann (mittlerweile selbständig) um Herabsetzung angesucht hat. Er hat in all den Jahren nur in 4 Monaten bezahlt, was vorgschrieben wurde.

Wie Sie wissen, ruht dann mal vorerst alles, bis ausgerechnet, überprüft etc. ist.

Mein Ex-Mann hat all die Jahre genug Geld gehabt, er zahlte einfach fast nichts und ließ es darauf ankommen, einen eklatant hohen Rückstand anzusammeln, der dann wegen Drohungen, in Privatkonkurs zu gehen, "verfiel".

Seit Jahren hoffte ich, dass alles Warten einmal ein Ende habe würde und endlich "Normalität" eintreten würde.

Ich bin Sonderschullehrerin u. habe eine volle Lehrverpflichtung. Wo sollte ich auch sonst das Geld für uns 5 hernehmen?

An meinen freien Nachmittagen bin ich für die Kinder da, in der Nacht arbeite ich für die Schule u. erledige Administratives. Zum Glück helfen meine Kinder sehr viel im Haushalt. Chorsingen und Tanzen sind seit einiger Zeit meine lebensnotwendigen  Energietankstellen geworden. Dort gehe ich auch hin, egal wie müde ich bin.

Ich bin ständig erschöpft u. überfordert und die Kinder leiden darunter, dass all ihre Mitschüler merken, wie wenig wir uns leisten können - immer öfter bekommen sie zu hören: Seid ihr leicht so arm, dass ihr dies oder

jenes nicht habt? Wenn ich nicht regelmäßig von lieben Freunden Gewand u. Schuhe bekäme, aus denen ihre eigenen Kinder herausgewachsen sind, wüsste ich nicht mehr, wie ich täte.

Erst seit ca. 4 Wochen weiß ich, dass jede Hoffnung auf Besserung der Situation hoffnungslos ist. Sogar die Betreuer am Jugendamt sagten mir, dass mein Ex-Mann dieses Spielchen weiterspielen kann, bis die Kinder

erwerbstätig sind, indem er immer dann, wenn nach ca. 1 Jahr eine Festsetzung gemacht wurde, wieder um Herabsetzung ansuchen kann - und dann ja der Staat wieder nicht einspringen "darf".... eine never ending story...

Ein Folgeproblem ist, dass ich bei vielen Förderungskriterien durchfalle (z.B. bei Freilernmitteln in der Volksschule, Wohnbeihilfe etc.), da ich ein gutes Bruttoeinkommen habe, das als Bemessungsgrundlage genommen wird. Dass in der Familie die Alimente fehlen, wird nicht berücksichtigt.

Viele Menschen, denen man sagt, man möchte hier oder da nicht teilnehmen, weil es einem zu viel kostet, argumentieren damit, dass die Beiträge sozial gestaffelt seien u. man somit mit Ermäßigungen rechnen könne. Dies trifft aber oft wegen oben genannter Gründe bei uns nicht zu.

Meine Frage:

Gibt es noch irgendwelche andere Möglichkeiten, zu Unterstützungen zu kommen, oder ist nun wirklich Endstation für die nächsten (ca) 17 Jahre?

Ich kann einfach nicht glauben, dass in Österreich / Mitteleuropa / EU so ein "Los" sein kann, wenn ich 4 eheliche Kinder großziehe und selbst "brav" arbeiten gehe.

Noch dazu hätte ja mein Ex-Mann all die Jahre genug Geld gehabt, er zahlte einfach nicht und ließ es darauf ankommen, einen Rückstand anzusammeln, der dann wegen Drohungen in Ptivatkonkurs zu gehen, "verfiel".

Es grüßt Sie eine nach Licht am Ende des Tunnels Suchende"

 

Gerlinde: „Ich war von 1980 bis 1982 alleinerziehende Mutter und zu dieser Zeit bekam jede alleinerziehende Person Unterhaltsvorschuss wenn der Kindesvater nicht bezahlte. Das ging relativ schnell und war auch in der Höhe o.k. Außerdem gab es für mich ein erhöhtes Karenzurlaubsgeld aus dem Grunde, dass ich alleinerziehend war. Auch mit diesen Unterstützungen war das Leben schwer genug für mich und meinen Sohn. Unvorstellbar, wie das jetzt für Leute in ähnlicher Situation ist. Die Initiative ist unglaublich wichtig."

 

Claudia:"Im Dezember 2010 wurde die Scheidung eingereicht. Mein Exmann war schon über ½ Jahr arbeitslos. Wiederholte Phasen von Arbeitslosigkeit sowie eine Firmenschließung im Jahre 2007 mit anschließendem Konkurs belasteten schon bei aufrechter Ehe die Familie finanziell.

Er verließ die eheliche Wohnung mit eklatanten Zahlungsrückständen, welche ich großteils innerhalb eines Jahres begleichen musste.

Durch die Arbeitslosigkeit des Kindesvaters bekam ich für alle 3 Kinder insgesamt 650€ Unterhalt, wobei ich hohe Zusatzkosten durch Nichtbezahlung von Rechnungen und Wohnung noch begleichen musste.

Seit Jänner 2012 bezog der Exmann nur noch Notstandshilfe – der Unterhalt wurde für 3 Kinder auf 340€ insgesamt gekürzt.

Durch einen folgenden Unterhaltsherabsetzungsantrag des Kindesvaters wurde der Unterhalt mit Wirkung April 2012 ständig innegehalten. Erst ab Oktober 2012 gab es wieder Unterhalt, diesmal in der Höhe von insgesamt 220€.

Eine Anspannung, welche im Oktober 2011 mit Kosten durch meine Anwältin beantragt wurde, wurde einfach nicht behandelt und abgewiesen. Erst auf meine dringende Urgenz bei der Justizombudsstelle wurden 2 Gutachter bestellt – Herbst 2012 bis Frühjahr 2013 – mit dem frugalen Ergebnis, dass für den Kindesvater lediglich ein Einkommen von EUR 1.000,- erzielbar wäre (Er ist Wirtschaftsingenieur!!!). Unter Hinzurechnung seiner Einkünfte als Schiedsrichter im Fussballverband schafften wir eine Anspannung auf 600€ insgesamt für beide jüngeren Kinder.

Da der Unterhalt unter dem Regelbedarfssatz liegt (Wozu gibt es diesen überhaupt, wenn er nur als statistischer Wert dient und keine Relevanz im existentiellen Alltag einer Familie und vor allem den Bedürfnissen der heranwachsenden Generation hat?) ist auch unser materieller Grundstock stark eingeschränkt.

Urlaube gibt es nicht, Kleidung nur sehr günstig – ein Mithalten mit Gleichaltrigen ist nicht möglich.

Glücklicherweise kann ich als EDV-Trainerin selbst die Computer für die Kinder günstig zusammenstellen – sonst hätten wir keinen Zugang zum Internet, wären von den Hausaufgaben, die mittlerweile schon in der AHS nur via Internetzugang möglich sind, ausgeschlossen, eine Ausbildung nur eingeschränkt möglich.

Für den täglichen Einkauf an Nahrungsmitteln stehen mir für 4 Personen 10€ bis 13€ zur Verfügung – inkludiert sind hier auch Pflege- und Reinigungsmittel. Das Naschen wird nach Check des Gesamtpreises am Ende des Einkaufs noch vor der Kassa meist wieder ins Regal gelegt, ebenso besondere Belohnungen wie etwa Heidelbeeren, Kompotte oder Mohnstrudel. Das für den Einkauf vorgegebene Budget darf nicht überschritten werden, sonst muss dies am nächsten Tag eingespart werden.

Computerspiele werden geborgt, Kleidung übertragen genommen, Sprachreisen und Lernhilfe auch bei Bedarf kein Thema! Die Haare werden selbst von mir geschnitten, der Akkordeonunterricht wurde trotz Begabung eingestellt – weder Instrument noch Unterricht leistbar.

Die Vereinbarkeit meiner beruflichen Tätigkeit, um „über die Runden zu kommen“, und einer adäquaten Betreuung meiner Kinder in punkto persönliche Zuwendung, Lernen, Erziehung gleicht der „Quadratur des Kreises“!

Ich zittere vor jeder Reparatur im Hause, hoffe, dass mein Auto – hat bereits 246.000 km – noch hält, ich benötige es als mobile Trainerin in der Erwachsenenbildung für meinen Erwerb. Glücklicherweise passt mir die Kleidung einer Freundin – sie hat die gleiche Größe, einen guten Beruf und keine Kinder und gibt mir die Blazer und Röcke der Vorsaison, die sie jährlich gegen Neues austauscht.

Jeder Kinobesuch ist etwas Besonderes, ich habe aber ein mulmiges Gefühl dabei – eigentlich ist es zur teuer, dafür auch nur alle 2 – 3 Monate leistbar. Auch die vielen Absagen und abschlägigen Entscheidungen bezüglich Wünsche der Kinder – es tut einem im Herzen weh. Denn meine Kinder sind nicht freiwillig auf die Welt gekommen, sie wurden in die Welt gesetzt, und dies auch von einem Kindesvater, der sich quasi konsequenzlos aus dem Staub macht und Minimalunterhalt leistet, und dies nur durch Exekutionen.

Ein schwacher Trost ist, dass ich nicht alleine bin. Als Vorsitzende des Elternvereins Stockerau bekomme ich fast wöchentlich zur Schulsaison Herbst/Winter Anträge von AlleinerzieherInnen, welche den Kindern den Schikurs / die Sommersportwoche nicht finanzieren können. Ich kann alleine aus diesem Tätigkeitsfeld zahlreiche Fälle vorlegen, in welchen ähnliche Verhältnisse herrschen. Leider ist hier die Tendenz auch stark steigend – es scheint ein Trend zu sein, Gesetzeslücken zu benützen, um sich vor Unterhaltsverpflichtungen freizuspielen.

Übrig bleiben die Kinder, welche schon von Anbeginn dadurch oftmals sozial ausgegrenzt, gesundheitlich mangelhaft versorgt (Zahnspange, Kontaktlinsen, …) und folglich auch bildungstechnisch vernachlässigt werden.

Übrig bleibt auch jener Elternteil, der die Stellung hält, wie ein Löwe / eine Löwin den Nachwuchs betreut, beschützt und für sie kämpft.

Wie kann dies sein????

Ist dies der richtige Weg, mit unserer Zukunft umzugehen????

Wer kann es sich noch leisten und es auch wagen, Kinder in die Welt zu setzen? – und, vor allem: Wer sichert dann unsere Pensionen????

Derzeit immer noch viele Frauen, die als AlleinerzieherInnen – Tendenz steigend – mit den Kindern ein unwürdiges Leben führen müssen, ja, die selbst nicht einmal eine Pension haben werden, die das Überleben sichert, da durch Karenz, Teilzeitarbeit wesentliche Beiträge fehlen. Und das nach einem arbeitsreichen Leben, der jahrzehntelangen Erziehung von Kindern unter finanziellem und persönlichem Verzicht?"

 

Manuela: „Ich würde Ihnen gerne etwas mit auf den Weg geben für das Gespräch mit dem Justizministerium, außer natürlich die besten Wünsche und viel Erfolg!!

Es wäre es wert, damit an die Medien zu gehen! An die Volksanwaltschaft werde ich es ohnehin senden, weil es eine Beleidigung für jede Alleinerzieherin ist, die zuwenig Alimente vom Kindsvater bekommt, mit 3 Kids 40 Std arbeitet und sich damit kaputt macht, und seit fast 3 Jahren auf eine Entscheidung im Anspannungsverfahren wartet, was mir gesendet wurde als Bericht der Familiengerichtshilfe.

Der Gesetzgeber und seine ausführenden Organe haben unwilligen Vätern und deren Machenschaften nichts entgegenzusetzen und belasten nur das System Mutter und Kind.

Man sollte auch an den Justizminister und die Familien- und die Frauenministerin schreiben, um Missstände aufzuzeigen. ( .... )

Ihnen jedenfalls viel Erfolg!!!"

 

Petra: „Ich bin zu sehr im Hamsterrad derzeit, um meine Historie mit den Behörden zusammenzufassen. Auch macht sich innere Blockade breit, wenn ich mich dem Thema intensiv widme, es belastet mich.

Ich werde aber sicher etwas zusammenstellen und an zuständige Stellen schreiben. Ich wundere mich nur mehr, was hier vorgeht und sehe aber, dass es an anderer Stelle viel finanzielle Unterstützung gibt.:

 

Verordnung der Wiener Landesregierung über das Pflegekindergeld
(Wiener Pflegekindergeldverordnung – WPKGVO)

Auf Grund des § 44 Abs. 5 des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes 2013 – WKJHG 2013, LGBl. für Wien Nr. xx/2013, wird verordnet:

Pflegekindergeld

§ 1. (1) Das Pflegekindergeld besteht aus Richtsätzen und Zuschlägen. Die Richtsätze betragen im Monat für ein Kind:

 

bis zum 6. Lebensjahr: EUR 480,– (Richtsatz 1)
vom 6. bis zum 10. Lebensjahr: EUR 500,– (Richtsatz 2)
vom 10. bis zum 15. Lebensjahr: EUR 515,– (Richtsatz 3)
ab dem 15. Lebensjahr: EUR 555,– (Richtsatz 4)
bei Krisenpflegeeltern: EUR 1000,– (Richtsatz 5)

 

(2) Zusätzlich werden folgende Zuschläge gewährt:

Eine Sonderzahlung jeweils im Mai und im November in der Höhe des jeweiligen Richtsatzes; im Richtsatz 5 ist die Sonderzahlung bereits inkludiert.

Ein Bekleidungsbeitrag jeweils im März und im September in der Höhe des jeweiligen Richtsatzes; im Richtsatz 5 ist der Bekleidungsbeitrag bereits inkludiert.

Ein Zuschlag für besondere Bedürfnisse des Pflegekindes in der Höhe von bis zu 50 % des monatlichen Richtsatzes.

§ 2. Das Pflegekindergeld fällt am Ersten des Monats in voller Höhe an; nur das Krisenpflegekindergeld wird monatlich anteilig ausbezahlt.

§ 3. Pflegeeltern, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb von Wien haben, wird das Pflegekindergeld vom Wiener Kinder- und Jugendhilfeträger nach den Richtsätzen des jeweiligen Bundeslandes ausbezahlt.

§ 4. Das Einkommen der Pflegekinder mindert das Pflegekindergeld nicht.

(...)

Bitte nicht missverstehen! Ich kenne Pflegefamilien, sie leisten Großartiges für die ihnen anvertrauten Kinder!!! Hut ab! In Wien gibt es sogar jährlich einen Empfang für sie. Aber in erster Linie muss die Ursprungsfamilie gestützt werden und das geht nur mit mutigen gesetzlichen Änderungen.

Es ist traurig, dass Kinder dem Staat nichts wert sind. Kinder nach Trennung sind finanziell nicht abgesichert, wenn ein Elternteil ausfällt! Das ist schlimm!“

 

Lisa: "Ich hab drei Kinder. Ihr Vater zahlte 900€ Alimente. Von einem Tag auf den anderen stellte er die Zahlungen ein und wir mussten fünf Monate auf den Unterhaltsvorschuss warten. Daraufhin beantragte der Kindesvater den Unterhaltsherabsetzungsantrag und es dauerte ein Jahr und einen Monat, bis wir wieder einen Unterhaltsvorschuss bekamen.

In diesen dreizehn Monaten des Wartens erhielten wir monatlich 40€ für das älteste, 30€ für das mittlere und 30€ für das jüngst Kind. Meine Kinder bekamen in dieser Zeit keine neue Kleidung, keine Bücher, nur das billigste Essen und kaum Geburtstagsgeschenke. Wir waren viel krank und konnten nie Schwimmen oder Eislaufen gehen.

Seit wir wieder einen Unterhaltsvorschuss in der Höhe von 600€ bekommen, führen wir ein bescheidenes aber normales Leben."

 

 

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